Am 20. März 2026 war folgender Artikel in der HNA Hofgeismar auf Seite 10
Trio-Premiere überraschte singende Besucher in Hümme
Hümme – Ein paar Klaviertöne, gestrichene Kontrabassnoten, am Schlagzeug wird ein Becken leise in Schwingungen versetzt. Bald entwickelt sich aus den Klängen eine Melodie und schon soll das
Publikum mitsingen. So schnell kann das gehen, wenn einer wie Aeham Ahmad am Klavier sitzt, der Publikum und Kollegen mit seinen Emotionen und seiner Spielfreude sofort für sich einnimmt und
mitreißt.
Aeham Ahmad und Tobias Schulte (Schlagzeug) hatten im vergangenen Jahr eine CD aufgenommen und diese in 80 Konzerten in Europa vorgestellt. Jetzt spielten sie das Programm im Generationenhaus in
Hümme – und es war trotzdem eine kleine Premiere: Zum ersten Mal war am Samstagabend der Kasseler Kontrabassist Till Spohr dabei. Und wenn es nach Ahmad geht, kann das auch in den nächsten 80
Konzerten so sein. Der satte Sound des klassischen Jazz-Klaviertrios und Spohrs solistische Akzente überzeugten das Publikum ebenfalls.
Die Einflüsse, die das Trio verschmolz, sind vielfältig. Mal waren Rhythmen und Harmonik jazzig, mal orientalisch. Grenzen gab es keine, dafür anhaltenden Wohlfühlklang. Auch der typische Stil
des Kasseler Pianisten Edgar Knecht schwang mit, besonders bei „Gedankenfreiheit“, der Interpretation von „Die Gedanken sind frei“, die Knecht sowohl mit seinem Trio wie auch mit Aeham Ahmad
aufgenommen hat. Das Publikum im ausverkauften Generationenhaus durfte auch hier natürlich mitsingen – und bei Schultes Solo staunen, wie aus dem Drumset ein Melodieinstrument wurde.
Einfache, eingängige Melodien faszinieren Ahmad und jede hat für ihn eine Geschichte oder Erinnerung. Neben der farbigen instrumentalen Ausleuchtung war es dann auch immer wieder die
Stimmakrobatik Ahmads, die die Melodien emotional auflud bis zum höchsten, regelrecht aus seinem Körper herausgequetschten Ton. Eine Melodie mit Geschichte und großen Emotionen gab es nach viel
Applaus und Standing Ovations auch in der letzten Zugabe des Abends: Mit dem Titel „Joy“ jazzten sich Ahmad, Schulte und Spohr durch Beethovens „Ode an die Freude“, natürlich wieder mit Einlage
zum Mitsingen.
MARKUS LÖSCHNER




















